Ob ein Tor später leicht schließt oder schleift, entscheidet sich beim Setzen der Torpfosten. Maßgeblich ist immer die Montageanleitung, die dem Tor beiliegt. Diese Seite erklärt die Reihenfolge und die Stellen, an denen es in der Praxis hakt.

1. Anschlagseite und Öffnungsrichtung festlegen
Legen Sie vor dem ersten Spatenstich fest, auf welcher Seite die Scharniere sitzen und wohin der Flügel aufgeht. Später lässt sich das nur mit viel Aufwand ändern.
- Zum Grundstück hin: Das ist meist richtig. Zur Straße oder zum Gehweg hin darf ein Tor oft nicht aufschlagen.
- Scharnierseite: Beim Gartentor 100 cm aus unserem Lager legen Sie beim Aufbau fest, ob die Bänder links oder rechts sitzen.
- Öffnungswinkel: Das Gartentor 100 cm hat Winkelscharniere und öffnet bis ca. 90°. Beim Gartentor Premium sitzt das Scharnier vor dem Pfosten, der Flügel geht bis 180° auf. Prüfen Sie, ob Mauer, Beet oder Mülltonne im Schwenkbereich stehen.
- Gefälle: Steigt der Boden in Öffnungsrichtung an, setzt der Flügel auf. Mehr dazu im Ratgeber Zaun am Hang.
2. Fundament für die Torpfosten
Ein Torpfosten trägt das Gewicht des Flügels und jede Bewegung beim Öffnen. Er braucht deshalb ein größeres Fundament als ein Zaunpfosten, der in einem Loch von rund 30 × 30 cm und 80 cm Tiefe steht. Graben Sie für Torpfosten etwa 40 × 40 cm und so tief, dass die Betonsohle bei rund 80 cm liegt. Als frostfrei gilt in Deutschland meist eine Gründung ab etwa 80 cm, in Höhenlagen mehr. Die genauen Fundamentmaße für Ihr Tor stehen in dessen Montageanleitung.
Beton und Kies gehören nicht zum Tor, die besorgen Sie im Baustoffhandel. Ein Fundament von 40 × 40 cm mit der Sohle bei 80 cm braucht rund 120 Liter Beton, also etwa 10 Säcke à 25 kg je Torpfosten.
Auf einer vorhandenen, tragfähigen Betonfläche lassen sich Torpfosten auch mit einer Fußplatte aufdübeln: Fußplatte für Torpfosten 60 × 60 mm oder Fußplatte für Torpfosten 80 × 80 mm. Welches Profil Ihre Torpfosten haben, steht auf der Produktseite des Tors. Welche Anker Sie dafür brauchen, steht im Ratgeber Zaun aufschrauben.
3. Pfostenabstand nach der lichten Weite setzen
Die Torpfosten müssen genau so weit auseinander stehen, wie das Tor es verlangt. Maßgeblich ist die lichte Weite, also der freie Durchgang zwischen den Pfosten, und die steht auf der Produktseite. Beispiele:
| Tor | Lichte Weite | Platz mit Pfosten |
|---|---|---|
| Gartentor 100 cm (Lager) | 96 cm | 108 cm |
| Gartentor Premium 120 cm (Lager) | 107 cm | 121 cm |
| Gartentor Multi oder Kombi 125 cm (Duplex-Serie) | 125 cm | 141 cm |
Lichte Weite und Platzbedarf aller Modelle stehen auch in den Kaufberatungen Gartentor kaufen und Doppeltor und Einfahrtstor kaufen.
So setzen Sie die Pfosten auf Maß:
- Schneiden Sie zwei Dachlatten auf die lichte Weite plus beide Pfostenbreiten zu und schrauben Sie sie oben und unten quer an beide Torpfosten. Das ist Ihre Schablone.
- Stellen Sie das Pfostenpaar mit der Schablone in die Löcher, prüfen Sie mit der Wasserwaage: Beide Pfosten lotrecht in beide Richtungen, die obere Latte waagerecht.
- Messen Sie die Diagonalen im Rechteck zwischen den Pfosten. Sind beide gleich lang, steht das Paar rechtwinklig.
- Stützen Sie die Pfosten mit Latten und Schraubzwingen ab und füllen Sie den Beton schichtweise ein. Kontrollieren Sie dabei immer wieder mit der Wasserwaage.
4. Flügel zur Probe einhängen, bevor der Beton fest ist
Solange der Beton noch frisch ist, lassen sich die Pfosten um wenige Millimeter korrigieren. Hängen Sie den Flügel deshalb gleich nach dem Betonieren zur Probe ein und legen Sie ihn unten auf Holzklötze, damit sein Gewicht nicht an den Pfosten zieht. Prüfen Sie:
- Ist der Spalt zwischen Flügel und Pfosten oben und unten gleich?
- Trifft die Schlossfalle den Anschlag?
- Bleibt unten genug Luft zum Boden, auch dort, wo der Flügel aufschwingt?
Danach bleibt der Flügel unterstützt oder wird wieder abgenommen, bis der Beton ausgehärtet ist: mindestens 48 Stunden, bei Kälte deutlich länger. Endgültig eingestellt wird erst, wenn der Beton fest ist.
5. Aufnahme für den Bodenriegel setzen (Doppeltor)

Beim zweiflügeligen Tor hält der Bodenriegel den Standflügel fest, der Gehflügel schlägt am Mittelanschlag an. Beides gehört zum Lieferumfang, der Riegel braucht aber eine Aufnahme im Boden. So gehen Sie vor:
- Standflügel schließen und genau ausrichten.
- Riegel herunterlassen und die Stelle am Boden markieren.
- Dort die Aufnahme setzen. Den Doppeltoren aus unserem Lager liegt laut Montageanleitung eine Bodenhülse bei, die Sie passend zum Riegel einbetonieren. Ohne Hülse genügt in Pflaster eine Bohrung, in einem Betonstreifen ein kurzes Rohrstück, in das der Riegel passt. Bei den Toren der Duplex-Serie steht in der Montageanleitung, ob eine Hülse beiliegt.
Pflastern Sie die Einfahrt erst noch, planen Sie die Aufnahme gleich mit ein. Nachträglich bohren sieht selten gut aus.
6. Zaun an den Torpfosten anschließen
Der Torpfosten gehört zum Tor. Das Tor ersetzt deshalb einen Zaunpfosten im Verlauf. Die Matte neben dem Tor wird an den Torpfosten angeschlossen: punktuell mit Zaunanschlusswinkeln oder über die ganze Höhe mit dem U-Profil. Beim Gartentor 100 cm aus unserem Lager liegen vier Zaunanschlusswinkel bei, zwei je Seite. Bei den anderen Toren prüfen Sie auf der Produktseite, was zum Anschluss dabei ist, und bestellen die Teile sonst mit. Alle Varianten erklärt der Ratgeber Zaun anschließen, den Aufbau des Zauns die Montageanleitung.
7. Schloss und Zylinder einstellen
Jedes unserer Tore kommt mit Schloss, Profilzylinder und Drückergarnitur. Der Profilzylinder ist ein Standardteil. Sie können ihn gegen einen Zylinder tauschen, der zur Schließanlage Ihres Hauses passt.
Rastet die Falle nicht ein oder schleift der Flügel, prüfen Sie zuerst die Pfosten: Stehen beide lotrecht, und ist der Abstand oben und unten gleich? Die meisten Probleme kommen von einem Pfosten, der sich beim Betonieren leicht geneigt hat. Erst danach stellen Sie an den Scharnieren nach, so weit die Montageanleitung das vorsieht. Ziehen Sie alle Schrauben nach ein bis zwei Wochen noch einmal nach.