Inhaltsverzeichnis
- 1. Planung & Materialliste
- 2. Werkzeug, das Sie wirklich brauchen
- 3. Grundstück vermessen & Pfosten planen
- 4. Fundament erstellen
- 5. Pfosten setzen & ausrichten
- 6. Doppelstabmatten befestigen
- 7. Tor einbauen (wenn gewünscht)
- 8. Feinschliff & Abschlussarbeiten
- 9. Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
- 10. Häufige Fragen zur Montage
Wir beantworten jede Woche Fragen zum Aufbau. Diese Anleitung fasst zusammen, was wir dabei gelernt haben – und an welchen Stellen es in der Praxis am häufigsten hakt.
1. Planung & Materialliste
Bevor Sie den Erdbohrer leihen oder zum Baustoffhandel fahren: Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit für die Planung. Das spart am Ende meist deutlich mehr Zeit auf der Baustelle.
Was Sie brauchen:
- Doppelstabmatten (6/5/6 für den Garten, 8/6/8 für höhere Ansprüche)
- Zaunpfosten 60 × 40 mm, an 90°-Ecken Eckpfosten 60 × 60 mm
- Klemmplättchen oder Abdeckleiste mit Edelstahlschrauben (liegt dem Set bei)
- Pfostenkappen zum Schutz vor Wasser
- Beton (4–5 Säcke à 25 kg pro Zaunpfosten, je nach Lochform; Torpfosten brauchen mehr) und Kies fürs Kiesbett
- Optional: Tor(e), Sichtschutzstreifen, Aufschraubpfosten mit Bodenplatte (dazu vier Bolzenanker je Pfosten, separat bestellen)
Tipp: Unsere Komplettsets enthalten Matten, Pfosten, Befestigung und Kappen, dazu einen Inbusschlüssel und die Montageanleitung. Beton und Kies besorgen Sie selbst, bei Sets zum Aufschrauben auch die Bolzenanker.
Lieferung einplanen
Matten und Sets kommen per Spedition frei Bordsteinkante mit Terminabsprache, Lieferzeit 5–15 Werktage. Vom Bordstein bis zur Baustelle tragen Sie selbst: Eine Matte 6/5/6 in 120 cm Höhe wiegt 18,9 kg, planen Sie dafür eine zweite Person ein. Prüfen Sie die Lieferung gleich bei Ankunft. Bitte melden Sie sichtbare Transportschäden innerhalb von 7 Tagen — Ihre Gewährleistungsrechte bleiben davon unberührt. Was der Versand für Ihre PLZ kostet, steht unter Versand.
2. Werkzeug, das Sie wirklich brauchen
Sie brauchen kein Spezialwerkzeug. Das gehört auf die Liste:
- Spaten oder Erdbohrer (Ø 30 cm)
- Wasserwaage, mindestens 80 cm lang
- Maurerschnur und Holzpflöcke
- Zollstock oder Maßband
- Mörtelkübel oder Mischer und eine Schaufel
- Akkuschrauber mit passendem Bit oder der beiliegende Inbusschlüssel 5,5 mm
- Dachlatten und Schraubzwingen zum Abstützen der Pfosten
3. Grundstück vermessen & Pfosten planen
Hier entscheidet sich, ob die Matten später passen: Stimmt die Pfostenposition nicht, geht die letzte Matte nicht mehr zwischen die Pfosten.
Pfostenabstand: Feld für Feld messen
Standardmatten sind 2.510 mm breit, für die Planung rechnet man mit 2.500 mm je Feld. Am Bau stehen die Pfosten von Mitte zu Mitte rund 2.520 mm auseinander. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf die Rechnung allein: Setzen Sie den ersten Pfosten, halten Sie die Matte an und messen Sie den nächsten Pfosten daran aus. Wer alle Löcher vorab nach einem berechneten Maß gräbt, sammelt über zehn Felder schnell mehrere Zentimeter — und die letzte Matte passt nicht mehr.
Start- und Endpfosten zuerst
Setzen Sie zuerst die Eck- bzw. Endpfosten und spannen Sie eine Richtschnur. Die Zwischenpfosten markieren Sie grob vor – gesetzt werden sie Feld für Feld, jeweils an der Matte ausgemessen. So bleibt die Linie gerade und das Maß stimmt.
Achtung: Prüfen Sie vorher, ob Ihr Zaun eine Baugenehmigung braucht! Die Vorschriften sind je nach Bundesland und Gemeinde unterschiedlich; für Nordrhein-Westfalen steht das im Ratgeber Zaunhöhe und Genehmigung in NRW. Steht der Zaun auf oder an der Grundstücksgrenze, sprechen Sie ihn vorher mit Ihrem Nachbarn ab.
4. Fundament erstellen
Hier gibt es zwei Wege – und beide haben ihre Berechtigung. Welcher für Sie der richtige ist, hängt vom Untergrund ab.
Einbetonieren
Der Normalfall in gewachsenem Boden.
- Loch: mind. 30 cm Ø bzw. 30 × 30 cm, rund 80 cm tief, unten 10–20 cm Kies
- Der Pfosten steht rund 60 cm tief im Beton
- Rundes Loch (Ø 30 cm): rund 45 Liter Beton, also 4 Säcke à 25 kg; quadratisch (30 × 30 cm): knapp 60 Liter, also 5 Säcke
- Mindestens 48 Stunden aushärten lassen
Für Zaunpfosten mit Doppelstabmatten ist das die übliche Ausführung. Als frostfrei gilt in Deutschland meist erst eine Gründung ab etwa 80 cm, in Höhenlagen mehr. Bei Torpfosten, hohen Zäunen mit Sichtschutz oder bindigem Lehmboden graben Sie deshalb besser so tief, dass die Betonsohle bei 80 cm liegt.
Aufschrauben
Für festen Beton – Pflaster reicht als Untergrund nicht. Welcher Untergrund trägt, steht im Ratgeber Zaun aufschrauben.
- Angeschweißte Bodenplatte + 4 Bolzenanker je Pfosten (nicht im Set, separat bestellen)
- Keine Erdarbeiten nötig
- Keine Wartezeit auf den Beton
- Wieder demontierbar
Mehr Details? Schauen Sie in unseren Ratgeber: Zaunpfosten kaufen – dort erklären wir beide Varianten ausführlich mit Pfostenlängen-Tabelle.
5. Pfosten setzen & ausrichten
Nehmen Sie sich hier Zeit – einen schiefen Pfosten sieht man von Weitem, und nachträglich lässt er sich kaum noch richten.
- A
Eckpfosten zuerst setzen
Stellen Sie den Pfosten ins Loch, richten Sie ihn mit der Wasserwaage aus (in beide Richtungen!) und fixieren Sie ihn provisorisch mit Holzkeilen.
- B
Richtschnur spannen
Zwischen den Eckpfosten eine Schnur auf Oberkante spannen. Das ist Ihre Referenzlinie für alle weiteren Pfosten. Richten Sie die Pfostenhöhe nach der Matte aus, nicht nach dem Loch: Die Pfostenoberkante liegt knapp unter den Spitzen. Bei 3–5 cm Bodenfreiheit steckt der Pfosten dann rund 55–57 cm tief im Beton. Das ist so vorgesehen.
- C
Kies auf den Lochgrund
10 bis 20 cm grober Kies, bevor der Pfosten hineinkommt. Die Schicht lässt Wasser versickern, statt es unter dem Beton stehen zu lassen. Gegen Frost helfen vor allem ausreichende Tiefe und ein Fundament, das sich nach oben nicht verbreitert.
- D
Beton einfüllen
Füllen Sie den Beton schichtweise ein und verdichten Sie ihn. Pfosten dabei immer wieder mit der Wasserwaage kontrollieren. Oben bis etwa 5 cm unter die Oberfläche und leicht schräg nach außen abziehen, damit Regenwasser vom Pfosten wegläuft. Ziehen Sie den Beton dabei nicht pilzförmig über den Lochrand.
- E
Zwischenpfosten setzen
Feld für Feld weiterarbeiten: Matte anhalten, den nächsten Pfosten an der Matte ausmessen, setzen. Jeder Pfosten muss in einer Flucht mit der Schnur stehen.
- F
Trocknen lassen
Mindestens 48 Stunden, bei Kälte deutlich länger. Schrauben Sie in dieser Zeit keine Matten fest – auch wenn es schwerfällt. Der Beton fühlt sich früher fest an, als er belastbar ist.
6. Doppelstabmatten befestigen
Die Matten werden vorn am Pfosten befestigt – mit einzelnen Klemmplättchen oder mit einer durchgehenden Abdeckleiste. Zu zweit geht das deutlich einfacher, die Matten sind sperrig.
- 1Matte vor die Pfosten halten (zweite Person hilft)
- 2Matte auf die richtige Höhe bringen (ca. 3–5 cm Bodenfreiheit empfohlen)
- 3An jedem Haltepunkt ein Klemmplättchen über das Querdraht-Paar setzen und die Edelstahlschraube locker eindrehen – oder die Abdeckleiste über die ganze Höhe ansetzen
- 4Ausrichten, dann alle Schrauben gleichmäßig festziehen – nicht zu fest, sonst verformt sich die Matte
- 5Pfostenkappen aufsetzen – so läuft kein Wasser in den Pfosten
Einzelne Matten finden Sie unter Doppelstabmatten 6/5/6 und 8/6/8, welche Drahtstärke zu Ihrem Grundstück passt, steht unter Doppelstabmattenzaun kaufen.
7. Tor einbauen (wenn gewünscht)
Ein Tor braucht etwas mehr Aufmerksamkeit als eine normale Matte. Die Torpfosten müssen besonders stabil stehen, weil sie durch das Öffnen und Schließen permanent belastet werden.
- Torpfosten in ein größeres Fundament als die Zaunpfosten setzen, etwa 40 × 40 cm, und so tief, dass die Betonsohle frostfrei bei rund 80 cm liegt. Maßgeblich ist die Montageanleitung des Tors.
- Auf einem tragfähigen Betonfundament lassen sich Torpfosten auch mit unserer Fußplatte für Torpfosten aufdübeln, passend zum Profil: 60 × 60 mm oder 80 × 80 mm.
- Den Abstand der Torpfosten nach den Maßen auf der Produktseite setzen (lichte Weite und Gesamtbreite)
- Einfahrtstore: 3 m reichen für den Pkw, 4 m sind komfortabler, 5 m für Transporter und Lieferverkehr
- Den Torflügel erst endgültig montieren, wenn der Beton ausgehärtet ist
Schritt für Schritt, mit Schablone und Probe-Einhängen: Ratgeber Gartentor und Einfahrtstor montieren.
8. Feinschliff & Abschlussarbeiten
Zum Schluss ein paar Handgriffe, damit alles sitzt:
- Alle Schrauben noch einmal nachziehen (nach 1–2 Wochen erneut prüfen)
- Pfostenkappen aufdrücken – so läuft kein Regenwasser in den Pfosten
- Bodenfreiheit prüfen – Erde auffüllen oder Kies verteilen
- Optional: Sichtschutzstreifen einflechten, wie es geht, steht im Ratgeber Sichtschutzstreifen einflechten
- Kratzer in der Pulverbeschichtung mit dem Lackstift ausbessern (Anthrazit oder Moosgrün, einzeln erhältlich). Bei feuerverzinkten Matten nehmen Sie Zinkspray.
Sichtschutz gesucht? In unserem Sichtschutzzaun-Ratgeber finden Sie alle Optionen – von blickdicht bis gelocht.
9. Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
Diese Fehler hören wir am Telefon immer wieder:
Pfosten nicht lotrecht gesetzt. Immer mit der Wasserwaage in beide Richtungen prüfen – auch nach dem Einfüllen des Betons noch einmal.
Alle Löcher vorab gegraben. Kleine Abweichungen summieren sich, und am Ende fehlen Zentimeter. Ein Pfosten, eine Matte, nächster Pfosten.
Matten zu früh festgeschraubt. Beton braucht mindestens 48 Stunden. Wer vorher die Matten festzieht, verschiebt die Pfosten.
Frost nicht beachtet. Bei Frost keinen Beton gießen. Unter etwa 5 °C bindet Beton nur langsam ab.
Keine Bodenfreiheit gelassen. 3–5 cm Abstand zum Boden verhindern, dass die Matte dauerhaft in feuchter Erde steht.
10. Häufige Fragen zur Montage
Kann ich einen Doppelstabmattenzaun alleine aufbauen?
Theoretisch ja, aber wir empfehlen es zu zweit. Die Matten sind 2,51 m breit und sperrig. Beim Anhalten und Festschrauben brauchen Sie auf jeden Fall eine zweite Person.
Wie lange dauert die Montage?
Rechnen Sie mit ca. 1–2 Stunden pro Zaunfeld (inklusive Erdarbeiten). Ein 20 m langer Zaun dauert also etwa 1–2 Tage. Plus Trockenzeit für den Beton.
6/5/6 oder 8/6/8 – was ist besser?
6/5/6 reicht für die meisten Privatgärten. Bei 8/6/8 messen die waagerechten Drähte 8 statt 6 mm und die senkrechten 6 statt 5 mm; die Matte ist steifer. Beide Ausführungen gibt es in allen acht Höhen von 60 bis 200 cm. Wirklich nötig wird 8/6/8 bei großen Höhen, mit Sichtschutz, in windigen Lagen und im gewerblichen Einsatz.
Muss ich den Zaun imprägnieren oder streichen?
Nein. Anthrazit und Moosgrün bestehen aus feuerverzinkten Drähten und sind pulverbeschichtet, feuerverzinkte Matten sind komplett im Zinkbad verzinkt – beides ist wartungsarm. Nur Kratzer in der Pulverbeschichtung sollten Sie mit dem Lackstift ausbessern (Anthrazit oder Moosgrün, einzeln erhältlich). Bei feuerverzinkten Matten nehmen Sie Zinkspray.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Das hängt von der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, vom Bebauungsplan und vom Nachbarrecht ab – Baurecht und Nachbarrecht regeln dabei unterschiedliche Dinge und werden oft verwechselt. Die zulässigen Höhen unterscheiden sich von Land zu Land und oft von Baugebiet zu Baugebiet. Fragen Sie vor der Bestellung bei Ihrer Gemeinde bzw. dem Bauamt nach und sprechen Sie einen Zaun an der Grenze mit dem Nachbarn ab. Für Nordrhein-Westfalen: Zaunhöhe und Genehmigung in NRW.
Bereit loszulegen?
In unseren Komplettsets sind Matten, Pfosten und Befestigung abgezählt. Oder rufen Sie uns an – wir helfen Ihnen bei der Planung.